Venenentzündungen sind oberflächliche, hautnahe Entzündungen. Mediziner sprechen hier von einer Phlebitis bzw. Thrombophlebitis superficialis. Hierbei ist die Wand der jeweils betroffenen Vene entzündet. Bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung kann eine Phlebitis ohne Spätfolgen abheilen. Dehnt sich die Entzündung allerdings auf das tiefer liegende Venensystem aus, ist die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen erhöht.

Ursachen einer Venenentzündung

Eine Venenentzündung befällt oft bereits vorgeschädigte Venen – meistens an den Beinen. Besonders betroffen sind Venen mit Krampfadern oder solche Venen, wo es schon einmal zur Entstehung einer Thrombose gekommen ist. Die genauen Ursachen von Venenentzündungen sind unklar. Eine falsche Ernährung mit zu wenig Flüssigkeitszufuhr spielt möglicherweise ebenso eine Rolle wie Nikotingenuss oder bakterielle Infektionen. Häufig ist eine Venenentzündung auch die Folge einer äußeren Verletzung der Vene, zum Beispiel durch einen Katheter.

Risikofaktoren für eine Venenentzündung in Bein und Fuß

Tagtäglich müssen etwa 7000 Liter Blut aus den Füßen in Richtung Herz transportiert werden. Anders als die vom Herzen wegführenden Arterien, verfügen die zum Herzen hinführenden Venen über keine Muskulatur in ihren Wänden. Stattdessen wird das Blut wird durch die Kontraktion der jeweils umliegenden Muskulatur – beispielsweise die Wadenmuskulatur in den Beinen – in Richtung Herzen gepresst. Dabei verhindern Venenklappen, die sich wie Rückschlagventile lediglich in eine Richtung öffnen, einen Rückfluss des Blutes. Insbesondere Beinvenen sind anfällig für Entzündungen, da sich diese am weitesten vom Herzen entfernt befinden. Zudem arbeiten hier umliegende Muskulatur und Venenklappen gegen die Schwerkraft. Entsprechend begünstigen alle Faktoren, die störend in diesen empfindlichen Ablauf eingreifen, die Entstehung von Entzündungen:

  • eine verminderte Muskelaktivität durch Bewegungsmangel, zu beengende Kleidung oder Schuhe mit hohen Absätzen)
  • langanhaltendes Stehen oder Sitzen mit herunterhängenden Beinen (u. a. Schreibtischarbeit)
  • Verlust der Elastizität der Venenwände (Diese führt zu einem unvollständigen Verschluss der Venenklappen.)

Die Elastizität der Venenwände kann aufgrund hormoneller Veränderungen (u. a. durch Schwangerschaft, Wechseljahre, Hormonpräparate wie die „Pille“) vermindert sein. Aber auch Alkohol und Nikotin sowie eine zu hohe Wärmeexposition durch regelmäßige Sauna- und Solariumbesuche, heiße Bäder oder intensives Sonnenbaden lassen die Venenwände erschlaffen.

Darüber hinaus fließt das Blut langsamer durch Krampfadern in den Beinen. Daher kann sich in diesen leichter eine Entzündung entwickeln. Beide Faktoren begünstigen wiederum die Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombus) entwickeln. Auch mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Venenwände ab, wodurch diese anfälliger für Entzündungen werden.

Risikofaktoren für Venenentzündungen in der Hand

Venenentzündungen der Hand entstehen dagegen zumeist auf dem Boden einer Verletzung. Diese kann folgendermaßen bedingt sein:

  • durch Blutentnahmen
  • durch das Anlegen eines Katheters
  • durch Infusionen
  • durch Schläge oder andere Traumata
  • Insektenstiche

Symptome und Beschwerden einer Venenentzündung

Entzündliche Veränderungen der Venenwände gehen zumeist mit spezifischen Beschwerden in den betroffenen Bereichen einher. Zu diesen gehören:

  • Schwellungen
  • Rötungen
  • Druckempfindlichkeit
  • Schmerzen
  • übermäßige Wärme
  • Verhärtungen

Darüber hinaus zeigen sich auch Fieber und ein verschlechtertes Allgemeinbefinden, wenn eine bakterielle Superinfektion vorliegt. Bei entzündlichen Veränderungen von Krampfadern ist zudem in etwa ein Drittel der Fälle das tiefe Venensystem beteiligt. So entstehen etwa 90 Prozent der Venenentzündungen in den Beinen entstehen auf dem Boden eines Mikrotraumas in einer Krampfader (Varikosis).

Diagnose von Venenentzündungen

Ihr Arzt ertastet die entzündete Vene als druck- und schmerzempfindlichen, geröteten und harten Strang. Das genaue Ausmaß der Veränderungen an den Venenwänden sowie eine mögliche Beteiligung des tieferen Venensystems können mithilfe des Ultraschalls bildlich dargestellt werden. Sie ist auch Grundlage der Behandlungsplanung.

Therapie und Behandlung von Venenentzündungen

Entzündungen der Venenwände müssen umgehend behandelt werden, um eine Chronifizierung (= dauerhafte Erkrankung der betroffenen Vene) zu vermeiden. Dauerhafte Entzündungen können zu chronischen venösen Insuffizienzen führen. Darüber hinaus können die Zellen des umliegenden Gewebes infolge des gestörten Blutflusses nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Das betroffene Gewebe stirbt ab und es entwickeln sich offene und schwer heilende Wunden (Ulcus cruris).

Konservative Behandlung von Venenentzündungen

Kurzstreckige Entzündungen ohne eine Beteiligung des tieferen Venensystems kann Ihr Arzt lokal behandeln. Die Entzündungen und Schmerzen können medikamentös durch entzündungshemmende Antiphlogistika (u. a. Diclofenac) behandelt werden. Die Medikamente verbessern allerdings nicht die Elastizität der erkrankten Vene. Zur Unterstützung der Vene sollte zusätzlich die Muskel-Venen-Pumpe durch regelmäßige Bewegung aktiviert werden. Kompressionsstrümpfe oder -verbände verengen zudem den Durchmesser der erkrankten Vene und unterstützen den Transport des Blutes in Richtung Herz. In der Folge können die Venenklappen wieder besser schließen, sodass ein Rückfluss des Blutes vermieden wird. Zeigt sich Fieber als Anzeichen einer bakteriellen Superinfektion kann zudem eine Antibiose (systemische Antibiotikatherapie) angezeigt sein. Eine Heparinisierung durch Herparininjektionen wird vor allem bei bettlägerigen Betroffenen zur Thromboseprophylaxe durchgeführt.

Operative Maßnahmen

Operative Maßnahmen umfassen vor allem die chirurgische Entfernung sowie Verödung der erkrankten Vene. Wird die betroffene Vene eine Belastung für die umliegenden gesunden Venen, ist zumeist eine chirurgische Entfernung Eingriff angezeigt. Verödungsmaßnahmen zielen auf die Stilllegung der erkrankten Vene bzw. des erkrankten Venenabschnitts. Hierzu injiziert der Arzt ein Verödungsmittel in den betroffenen Venenabschnitt. Dieser verklebt und wird in der Folge dauerhaft stillgelegt. Eine Alternative stellt die Radiofrequenztherapie dar. Bei dieser setzt der Arzt Radiowellen ein. Diese erhitzen die Innenwand der erkrankten Vene, sodass diese ebenso verklebt und sich verschließt.

Vorbeugung von Venenentzündungen

Die beste Vorbeugung gegen eine Venenentzündung ist viel körperliche Aktivität. Bewegung bringt den Blutkreislauf in Schwung und beugt so verschiedenen Venenleiden vor. Für die Vorbeugung von Venenentzündungen und anderen Venenleiden ist außerdem die Krampfaderbehandlung wichtig – insbesondere wenn eine Venenerkrankung bereits aufgetreten ist. Krampfadern sind knotige Gefäßverdickungen, die meistens an den Beinvenen vorkommen. Sie sind das Resultat einer Venenwandschwäche. Das Venensystem pumpt nicht genug Blut zurück zum Herzen, das gestaute Blut fließt über die oberflächlichen Venen ab, diese entwickeln sich zu Krampfadern. In Krampfadern ist der Blutfluss verringert, Blutgerinnsel werden schlechter abtransportiert. Das macht die betroffenen Venen anfällig für Venenentzündungen und andere Folgeerkrankungen.

Erkrankte Venen schonend mit dem Laser behandeln

Im Rahmen einer Laserbehandlung werden die erkrankten Venenabschnitte mithilfe eines gebündelten Lichtstrahls verklebt und verödet. Wie bei den anderen Verödungsmaßnahmen wird die stillgelegte Vene anschließend vom Organismus abgebaut, während das Blut über das angrenzende gesunde Venensystem „umgeleitet“ wird. Da die Behandlung von Krampfadern der Entzündung von Venenwänden vorbeugen kann, gehört die Laserbehandlung auch zu den vorbeugenden Maßnahmen. Denn mithilfe des Laserverfahrens lassen sich auch Krampfadern schonend entfernen.

Die Laserbehandlung kommt auch in der Wallensteinklinik besonders häufig zur Behandlung von Venenentzündungen Anwendung, da diese mit einer Reihe von Vorteilen einhergeht. So muss der erkrankte Venenabschnitt zum einen nicht chirurgisch entfernt werden. Dies führt nach der OP zu einer schnelleren Abheilung des behandelten Bereichs und weniger Komplikationen. Darüber hinaus bilden sich so gut wie keine Narben. Sollten Sie noch offene Fragen zum Thema haben, beraten wir Sie gern ausführlich oder besprechen mit Ihnen persönlich Ihre Behandlung. Nehmen Sie hier mit uns Kontakt auf.

Wallenstein Klinik GmbH
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Dr. med. Felix Koc, von sanego empfohlen